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Die russische Wirtschaft: Ausblick

Rückblick

Das Jahr 2009 war für die globale Wirtschaft ein einschneidendes, prägendes Jahr. Doch rechtzeitig zum Ende des ersten Jahrzehnts des neuen Jahrtausends ist ein Aufwärtstrend sichtbar. Die russische Wirtschaft scheint sich zu erholen:

"Es gibt positive Tendenzen. Die Nachfrage nach Investitionen nimmt zu, der Einzelhandel wird aktiver. Das BIP nimmt seit Juni 2009 wieder zu. Die makroökonomische Lage im Land bleibt stabil, die Inflation wird in diesem Jahr mit weniger als neun Prozent am niedrigsten seit 1992 sein. Zudem nehmen ausländische Investitionen zu, der Wechselkurs des Rubels festigt sich, die Währungsreserven wachsen und liegen gegenwärtig bei 447 Milliarden US-$", so Putin am 7. Dezember 2009.*

Durch die reduzierte Investitionstätigkeit in 2009 fällt die russische Industrie im internationalen Vergleich jedoch weiter hinter den technologischen Standard zurück. Die Krise zeigt somit einmal mehr den Modernisierungs- und Diversifizierungsbedarf der russischen Wirtschaft auf. Eine Modernisierung die nur mit Hilfe ausländischer Unternehmen gelingen kann.

Quelle: Russland Aktuell, Ausgabe 51/52/2009

Ausblick: Modernisierung der russischen Wirtschaft

Einheimische Maschinen sind selten weltmarktfähig, haben klare Produktivitätsnachteile gegenüber westlichen Modellen, verbrauchen in der Regel mehr Ressourcen und sind reparaturanfälliger. Auch beim After Sales-Service hinken die russischen Anbieter der Auslandskonkurrenz hinterher.

Will Moskau seine ehrgeizigen Entwicklungspläne verwirklichen und bis 2020 zu den fünf größten Industrienationen gehören, so muss das Land den Import moderner Maschinen und Ausrüstungen fördern.

Der Nachrichtendienst Russland Aktuell (Ausgabe 7/2010) schrieb dazu:
Die Abhängigkeit Russlands vom Rohstoffexport muss beseitigt und das Forschungs- und Industriepotential des Landes modernisiert werden, sagte Präsident Medwedjew am 11. Februar in einer Wirtschaftsberatung mit Großunternehmen im sibirischen Tomsk. Eine Wirtschaft, die auch weiter auf ihre Rohstoffvorräte setzt, habe keine Zukunft. Russlands Wirtschaft braucht neue Technologien und einen größeren Anteil von Innovationen an den Investitionsprogrammen, so Medwedjew.

Entsprechende Gesetzesgrundlagen werden aktuell erarbeitet.

Stimmungstief überwunden

Laut einer Umfrage der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer (AHK) unter 206 deutschen Unternehmen, wollen allein diese Unternehmen in 2010 rund EUR 780 Mio. in Russland investieren.

„Das Stimmungstief ist überwunden. Die deutschen Unternehmen in Russland versuchen sich nun für die beginnende Erholung in eine gute Position zu bringen", sagte Rainer Lindner, Geschäftsführer des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft.

Vorteile des russischen Marktes

0 (unvorteilhaft) – 4 (sehr vorteilhaft); Quelle: AHK-Umfrage

Reformbedarf des russischen Marktes

0 (kein Reformbedarf) – 4 (hoher Reformbedarf); Quelle: AHK-Umfrage

Quelle: Studie Geschäftsklima 2009, 7. Umfrage der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer (AHK) und des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft. Weiterführende Informationen finden Sie unter: http://russland.ahk.de

Stärken und Chancen Russlands

Russlands Stärken
  • großer Binnenmarkt
  • konsumfreudige Verbraucher
  • Entwicklung der Regionen
  • hohe Devisenreserven
  • Stabilisierungsfonds
  • geordnete Staatsfinanzen
  • politische Stabilität

Russlands Chancen
  • weitere Diversifizierung der russischen Wirtschaft
  • wachsender Mittelstand
  • mittelfristig steigende Auslandsinvestitionen
  • relativ niedrige Lohnkosten
  • boomende Regionen (Bsp. Sotschi als Austragungsort der Olympischen Winterspiele 2014)
  • milliardenschwere Zielprogramme (u.a. im Transportsektor, Wasserwirtschaft, Nordural-Erschließung)
  • Energieeffizienz als Vorrangprojekt (Ziel bis 2020: 40 % Einsparung)

Quelle: Wirtschaftstrends Russland Jahreswechsel 2009/10, Germany Trade & Invest, 8.12.2009

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